Wartung von Großwälzlagern zur Verlängerung der Lebensdauer von Geräten
Im Bereich der Großgeräte beruht die wirksame Wartung von Großwälzlagern meiner Meinung nach hauptsächlich auf drei Eckpfeilern: regelmäßige Schmierung (insbesondere die Entfernung von altem Fett bei Rotation), regelmäßige Überprüfung des Schraubendrehmoments und Inspektion der Dichtungsintegrität. Diese drei Punkte können das Eindringen von Schadstoffen und das Abplatzen von Laufbahnen wirksam verhindern und sind auch die grundlegende Garantie für die Vermeidung von katastrophalen Ausfällen und kostspieligen Ausfallzeiten.
Verfahren zur Wartung von Großwälzlagern
Nach meiner Erfahrung vor Ort ist unsachgemäße Schmierung die Hauptursache für Lagerausfälle. Dabei geht es nicht nur darum, Fett hinzuzufügen; der Schlüssel liegt in den richtigen Hinweisen. Im Folgenden habe ich eine Reihe von Wartungsverfahren zusammengefasst, die Sie vor Ort befolgen können.

Schmierung
Ein häufiger Fehler, der von vielen Betreibern gemacht wird, ist das kräftige Auftragen von Schmierfett, wenn das Lager stillsteht. Dadurch entstehen "Druckstellen", während trockene Zonen zurückbleiben.
- Wählen Sie das geeignete Fett: Beachten Sie unbedingt das Handbuch des Geräteherstellers (OEM). Im Allgemeinen eignet sich Lithium-Extremdruckfett (NLGI Nr. 2) für die meisten Großwälzlager, aber in Umgebungen mit extremen Temperaturen muss möglicherweise ein synthetisches Fett in Betracht gezogen werden.
- Reinigen Sie die Öldüsen: Bevor Sie die Schmierpistole anschließen, wischen Sie bitte jede Öldüse sauber. Sie wollen sicher nicht, dass der Sand in die Laufbahn gelangt.
- Beim Einölen und Drehen: Spritzen Sie das Fett in die Öldüse, während sich das Gerät langsam dreht.
- Das Prinzip "Altes Fett ablassen": Pumpen Sie so lange, bis Sie sehen, dass frisches Fett aus dem Rand des Dichtungsrings über den gesamten Umfang austritt. Dies ist der entscheidende Punkt. Altes Fett kann Verunreinigungen, Feuchtigkeit und Metallpartikel enthalten. Wenn es nur eingespritzt wird, ohne dass es abgelassen wird, ist es eigentlich nicht anders, als wenn man das Lager mit Schleifpapierkleister abschleift, und die Folgen wären unvorstellbar.
- Frequenz: Im Allgemeinen gilt die Faustregel, alle 100 Betriebsstunden zu schmieren. In staubigen oder feuchten Umgebungen (z. B. bei Abbruch- oder Baggerarbeiten) sollte dieses Intervall jedoch auf alle 50 Stunden verkürzt werden, oder es sind sogar tägliche Kontrollen erforderlich.

Überprüfung des Schraubendrehmoments
Eine lockere Schraube ist meiner Meinung nach der erste Dominostein eines Lagerschadens. Sobald ein Bolzen seine Spannung verliert, wird die Last auf andere Bolzen übertragen, was eine Kettenreaktion auslöst.
- Erste Inspektion: Das Schraubendrehmoment sollte einmal innerhalb der ersten 50 Stunden nach Inbetriebnahme des neuen Geräts überprüft werden.
- Routinemäßige Inspektion: Nach der anfänglichen Einlaufphase wird empfohlen, das Schraubendrehmoment alle 1.000 bis 2.000 Stunden zu überprüfen.
- Die "10%-Inspektionsmethode": Die "10%-Inspektionsmethode", die ich persönlich empfehle, lautet wie folgt: Bei einer Schnellprüfung brauchen Sie nicht alle Schrauben einzeln zu prüfen. Wählen Sie nach dem Zufallsprinzip 10% der Bolzen für die Drehmomentprüfung aus. Wenn sich eine von ihnen als lose herausstellt, empfehle ich Ihnen, eine umfassende 100%-Inspektion aller Schrauben durchzuführen.
- Visuelle Hilfe: Ich habe immer empfohlen, mit einem Pinsel eine Linie auf den Schraubenkopf und den Ring zu zeichnen. Wenn diese Linien nicht übereinstimmen, weiß man sofort, dass sich die Schrauben gelockert haben, ohne dass man sie mit einem Drehmomentschlüssel einzeln prüfen muss.
Inspektion der Versiegelung
Der Dichtring kann als "Pförtner" des Großwälzlagers betrachtet werden. Wird der Dichtring beschädigt, dringt Wasser ein und das Schmierfett geht verloren.
- Prüfen Sie, ob der Gummidichtring Risse, Sprünge oder Verhärtungen aufweist.
- Prüfen Sie, ob er richtig sitzt. Manchmal kann auch ein zu hoher Fettdruck den Dichtungsring aus seiner Nut drücken.
- Wenn der Dichtungsring beschädigt ist, ersetzen Sie ihn bitte sofort. Es sei darauf hingewiesen, dass die Kosten für den Austausch eines Gummidichtrings weitaus geringer sind als die Kosten für die Wiederherstellung oder Aufarbeitung eines Lagers im Wert von $10.001.
Fehlersuche bei häufigen Symptomen
- Knirschende oder klickende Geräusche: Dies bedeutet in der Regel, dass die Laufbahn beschädigt ist oder die Kugeln/Rollen abblättern. Und wenn Sie einen "Knall" hören, bedeutet das in der Regel, dass eine Befestigungsschraube gebrochen ist.
- "Jamming" oder "Schütteln": Wenn die Drehung nicht gleichmäßig ist und ein Gefühl des Blockierens oder der Verzögerung auftritt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schmierung unzureichend ist oder die Zahnoberfläche des Zahnkranzes beschädigt ist.
- Metallrückstände im Schmierfett: Wenn Sie das alte Fett ablassen, fangen Sie es mit einem weißen Tuch auf. Wenn Sie dünne Metallplatten sehen, deutet dies auf einen beginnenden Verschleiß hin.
Erstellung eines Zeitplans für die vorbeugende Wartung (PM)
Es ist wichtig, einen strengen Plan für die vorbeugende Wartung umzusetzen.
- Obligatorisches Protokoll: Jedes Mal, wenn die Techniker das Großwälzlager schmieren, muss ein Protokoll geführt werden. Ohne Aufzeichnungen gibt es keine Belege.
- Analyse der Fette: Bei hochwertigen Gütern empfiehlt es sich, jährlich Fettproben zur Analyse ins Labor zu schicken. Sie können einen Eisen- oder Feuchtigkeitsgehalt feststellen, der für das bloße Auge unsichtbar ist, und ermöglichen es Ihnen, den Austausch Monate im Voraus zu planen, anstatt passiv zu reagieren, wenn eine Störung auftritt.
- Spielraummessung (Kipptest): Messen Sie das Kippspiel (Axialspiel) des Lagers einmal im Jahr. Vergleichen Sie es mit den Ausgangsdaten, wenn die Anlage neu ist. Überschreitet das Spiel den vom Hersteller angegebenen Grenzwert, muss sofort ein Ersatzlager bestellt werden, damit es beim nächsten geplanten Stillstand ausgetauscht werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Frage: Kann ich Fette verschiedener Marken mischen?
Antwort: Nach meiner Erfahrung sollte eine gemischte Verwendung im Allgemeinen vermieden werden. Unverträgliche Verdickungsmittel (z. B. die Mischung von Lithiumfett mit Polyharnstofffett) können dazu führen, dass sich das Fett verflüssigt und aus dem Lager fließt. Es wird empfohlen, auf der Verwendung desselben Modells zu bestehen oder es vor dem Austausch gründlich auszuspülen.
Frage: Woran erkenne ich, dass mein Großwälzlager ausgetauscht werden muss?
Antwort: Übermäßiges Spiel (Neigung) in der Struktur, Metallblöcke im ausgetretenen Fett oder Schwergängigkeit auch nach der Schmierung während der Drehung sind wichtige Anzeichen. Der wissenschaftlichste Weg, die Verschleißgrenze zu bestätigen, ist natürlich immer noch die Prüfung mit einer Messuhr.
Über den Autor: Mark Miller
Ich bin Mark MillerIch bin ein leitender Anwendungsingenieur mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Schwermaschinenbau. Von abgelegenen Bergbaustandorten bis hin zu geschäftigen Containerhäfen habe ich Tausende von Drehkranzausfällen diagnostiziert, die hätten verhindert werden können. Meine Aufgabe ist einfach: die Lücke zwischen den OEM-Handbüchern und der realen Anwendung zu schließen und Ihnen dabei zu helfen, die Lebensdauer Ihrer Ausrüstung durch richtige Schmierung und strenge Wartungsprotokolle zu verlängern.
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